
…mittlerweile bereits ueber 3 Monate meiner Zeit hier vergangen sind und ich damit die Aussage einiger meiner Vorgaenger im Informationsjahr, dass die Zeit wie im Fluge vergeht, nur bestaetigen kann, ist es denke ich an der Zeit mal ein bisschen Zwischenbilanz zu ziehen. Erst einmal ist zu sagen, dass ich mich sehr wohl fuehle hier drueben und froh/dankbar bin, dass mir die Firma die Moeglichkeit fuer das alles hier gegeben hat. Es ist halt wirklich was voellig anderes in einem fremden Land zu leben bzw. zu arbeiten, als es nur fuer ein paar Wochen urlaubstechnisch zu besuchen. Sicher, es gibt hier und da einige Unterschiede an die man sich erstmal gewoehnen muss/musste, sei es nun im Arbeits-/ als auch im Privatleben, aber das gehoert ja dazu und ansonsten waere es ja auch nur halb so spannend. Von Orlando als neuen Wohnort selbst bin ich in jedem Fall sehr angenehm ueberrascht, denn es gibt hier zu meiner Freude viel mehr als nur die bekannten Erlebnis- und Veregnuegungsparks. Orlando als Stadt ist noch nicht wirklich alt, hat aber trotzdem schon ein wenig eigenes Flair. Denn neben Disneyworld und Co., welche natuerlich auch sehenswert sind, gibt es z.B. schoene gemuetliche Viertel zum ausgehen, relaxen oder bummeln rund um die Seen der Stadt angelegt oder es geht Richtung Downtown, wo es umso spaeter der Abend wird, immer bunter wird. Fuer jeden also was dabei denke ich. Das einzige was halt ein wenig fehlt ist die direkte Strandnaehe, aber na ja 1 Std. Fahrt sind ja keine Welt, zumal man sich hier sowieso schnell an die unglaubliche Weitlaeufigkeit der einzelnen Grossstaedte und von daher auch an das Autofahren gewoehnt. Ohne Auto ist man hier definitiv aufgeschmissen, denn oeffentliche Verkehrsanbindungen gibt es hier bis auf ein schwach ausgebautes Busnetz nicht wirklich. Der Arbeitsweg in jedem Fall, ist ja mit 15 Minuten Autofahrt voellig entspannend, gerade wenn ich da so an die 1,5 Std. Berlin - Braunschweig zurueckdenke. Auf Arbeit selbst laeuft es nun nach der Eingewoehnungszeit auch besser und es gibt mehr zu tun. Es ist ja fuer mich hier nicht nur ein neuer Job sondern auch ein neuer Bereich von Siemens in dem ich arbeite und daher wird es sicher nicht langweilig werden. Die Kollegen sind zumeist wirklich sehr nett und freundlich. Das und ein hilfsbereiter und fairer Chef, was sehr wichtig ist, machen das Arbeiten hier bisher also sehr angenehm. In einigen Aspekten merkt man die Unterschiede zu Deutschland schon aber da Siemens ja doch eine grosse Weltfirma ist, wo viel von anderen Laendern uebernommen wird, haelt sich das in Grenzen. Mit dem Englisch Sprechen an sich, geht es immer besser. Die 3 Wochen Einzeltraining in Dtl. hatten mir ja bereits sehr geholfen, dass seit der Schulzeit vergessene, wieder bissel hervor zu kramen und da ich hier tagsueber auf Arbeit eig. fast nur English spreche, bis auf paar Telefonate zu Kollegen nach Dtl., fuehle ich mich auch selbst immer sicherer. In der Freizeit hingegen mache ich meistens was mit dt. Siemens Kollegen, die hier leben/arbeiten. Denn der "normale Ami" macht eben nach der Arbeit lieber jeder seins und eher selten was mit Kollegen. Finde ich persoenlich halt auch ein wenig schade, da ich halt so nicht ganz soviel Kontakt zu Einheimischen habe wie ich vielleicht gern haette, aber so ist das eben. Und ein wenig Zeit ist ja nun ja auch noch. Das eigentliche Freizeitangebot Orlandos als auch das im Rest Floridas selbst ist riesig und von daher gibt es sicher auch weiterhin noch viel zu sehen/erleben. Der Sport kommt auch nicht zu kurz und somit gibt es nix zu beklagen. Das einzige was fuer nen Bewohner Floridas unueblich ist, ich habe nicht wirklich Interesse an Golf und das obwohl das hier wirklich fast jeder als Hobby hat, egal als ob atl oder jung. Mal schaun ob sich das noch aendert und ich am Ende des Jahres noch zum Tiger Woods mutiere, aber ich glaube es eher nicht. Essenstechnisch kann ich die Befuerchtungen vom Fast Food Wahn wirklich nur teilen, was die USA angeht. Nirgends ist man vor Fast Food sicher und ich verstehe 100%, warum viele der Amis so dick sind. Ich meine man wird ueberall verleitet, egal ob Supermaerkte, Restaurants oder andere Sachen. Aber ich versuche dem ganzen Paroli zu bieten und relativ viel Salat, Fisch und Huehnchen zu essen, denn das ist auch neben dem Gesunden ganz lecker. Habe sogar eine neue Liebe: Schrimps, Yammi. Tagsueber ist dabei auch der Vorteil, dass man nicht zuviel ist, weil es ja so warm ist. 30 Grad (90 F) sind hier eig. meistens und das ist auch voellig in Ordnung, fuer mich als bekennenden Anti-Winter-Menschen. Viel Sonne und ab und zu mal Schauer, die dann aber recht schnell wieder vorbei gehen, prima. Das schlimme und anstrengende ist eher die hohe Luftfeuchtigkeit. Die hat in den letzten Wochen stark zugenommen und erreicht jetzt im August ihre Hoechstwerte. Man muss es sich vielleicht so vorstellen, als ob man abends um 8.00 Uhr !!! die Treppen zum Appartement raufsteigt und sich so fuelht, als ob man einen Berg besteigt, sowohl vom Schweiss als auch der Belastung her. Damit musste ich wirklich erstmal klarkommen und auch die Leute die mich hier besuchen. Und damit abschliessend zu einem Punkt der mich sehr freut, denn es ist sehr schoen, dass sowohl Michi als auch meine Eltern jetzt schon hier sind/waren und wir z.B. letzte Woche auch die Gelegenheit hatten, zusammen Urlaub in New York machen zu koennen. Weitere freie Tage Ende August sind in Planung und auch die naechsten Freunde haben sich bereits angemeldet. Oftmals also eine Zeit lang bekannte Gesichter um einen herum, was den Aufenthalt hier umso schoener macht und das moegliche Heimweh nach Dtl. erfolgreich bekaempft...Liebe Gruesse und bis demnaechst, Dirk
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