Dirk in Orlando

Monday, November 06, 2006

Für einen sportlich interessierten...

...US- Buerger geht an einem Sonntag, nach der Kirche, zumeist nix über das Lieblingskind Football. Gekleidet und dekoriert in den jeweiligen Teamfarben, geht es dann mit Familie und/oder Freunden entweder Richtung Stadion oder man trifft sich, um das jeweilige NFL Spiel dann zusammen z.B. in einer Sportsbar oder beim Barbecue im eigenen Garten anzuschauen. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch ich mal diese ganze Geschichte Live miterleben wollte und so ging es dann gestern Richtung Tampa Bay, zum Spiel der heimischen Buccaneers gegen die New Orleans Saints. Normalerweise ist es sehr schwer an Tickets zu kommen, die dann auch noch erschwinglich sind, aber da ein Arbeitskollege seine 2 Saison Karten für den Spieltag „vermieten“ wollte, haben Carsten (Kollege hier vor Ort) und ich die Möglichkeit genutzt und haben die Tickets zum normalen Preis gekauft. In jedem Fall sind wir recht früh nach Tampa aufgebrochen, weil wir vor allem dem ganzem Szenario vor dem eigentlichen Spiel beiwohnen wollten. Es ist nämlich üblich, dass man sich wie gesagt mit Familie/Freunden, bereits Stunden vorher trifft, in der Nähe des Stadions parkt und dann das so genannten „Tailgating“ vollführt. Ich sage mit Absicht vollführen, weil es bei einigen Leuten wie ein Ritual wirkte. Alles in Teamfarben geschmückt, den Parkplatz in eine große Partyfläche verwandelt und mit Essen/Trinken ausgestattet. Nebenbei wird dann selbst bissel Ball gespielt, über die letzten Spiele diskutiert oder eine Vorausschau auf das anstehende getätigt. In einer jedenfalls sehr einheitlich, friedlichen Atmosphäre verging so die Zeit bis zum Spiel recht schnell und so stand man dann schon in mitten von tausenden Amerikanern die lauthals ihre Nationalhymne mitsangen und den vorbei fliegenden Kampfjets als Zeichen des Spielbeginnes zu jubelten. Das Stadion gemäß den Teamfarben mittlerweile ganz in Rot-weiß und auf einer der Tribünen, sogar ein Piratenschiff eingebaut, welches bei jedem Punkt der Buccanneers einen Salutschuss abgegeben hat. Leider hörte man gestern dann aber nicht all zu viele von diesen Schüssen, denn die Bucs spielten eine unterirdische Partie und verloren sang- und klanglos mit 14 – 31. Das Spiel war spätestens ab Mitte des 3. Viertels entschieden und so waren die einzigen Zuschauer, die fortan noch Spaß hatten die, welche direkt vor sich, die tanzenden Cheerleader hatten. Die meisten heimischen Fans, hatten dann aber die Nase voll und verließen groesstenteils schon bereits vor dem Spielende das Stadion, um sich so entweder auf den Heimweg zu machen oder das Spiel noch etwas nachzubereiten. Nachbereiten und aufarbeiten, mit der 2. Runde Grillen/Trinken am Auto. Was man aber auch immer machte, man wusste genau, man trifft sich in 2 Wochen wieder, um wieder voll motiviert und stets in Rot-weiß seinem Team beizustehen…“Any given Sunday“...

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